Immer mehr Anleger steigen auf Aktien um

Montag den 24.11.2014

boerse_dax_tafel_graph_4829Die Deutschen beginnen, sich vermehrt für Anlagen mit besseren Renditeaussichten zu interessieren. Vor allem Aktien rücken in den Fokus. Grund für diesen Sinneswechsel: Dauerhaft niedrige Sparzinsen und Banken mit Strafzinsen. Wie diese Entwicklung aktuell bewertet wird, haben wir zusammengefasst.

Niedrige Zinsen lassen Anleger umdenken

Wie die „WELT“ aktuell berichtet findet mittlerweile ein Umdenken in Deutschland statt. Bislang setzen die meisten Bundesbürger auf ihre Tagesgeldkonten, Sparbüchern, Festgelder oder Sparbriefe und vernachlässigten Anlagen wie Aktien bzw. Fonds aufgrund des höheren Risikos.

Jetzt scheint sich das Blatt allerdings zu wenden: Die Anleger hierzulande entdecken Wertpapiere als Anlageart für sich. Speziell der Verlust der Kaufkraft durch die niedrigen Sparzinsen lässt sich als Grund ausmachen. Wer derzeit sein Geld auf einem klassischen Sparkonto parkt, muss sich darüber Gedanken machen, dass die Verzinsung über der Inflationsrate liegt. Eine positive Realverzinsung erweist sich als Herausforderung. Einige Banken verlangen sogar Strafzinsen – wenngleich nur von Großanlegern oder Unternehmen.

Immer mehr Banken verlangen Strafzinsen

Die Deutsche Skatbank machte am 1. November 2014 den Anfrang, indem sie von vermögenden Sparern ab einem Betrag von 3 Millionen Euro Strafzinsen für das hinterlegte Gelder verlangt. Inzwischen zogen andere Finanzinstitute in ähnlicher Weise nach, darunter die DZ-Bank Luxemburg, die Commerzbank sowie die WGZ-Bank aus Düsseldorf. Laut Medienberichten gehen Experten davon aus, dass dies nicht die einzigen Banken bleiben werden. Immerhin: Sparkonten normaler Sparer gelten noch als sicher.

Hintergrund:
Im Juni 2014 hatte die Europäische Zentralbank erstmals in ihrer Geschichte Strafzinsen für die Einlagen der Banken auf der EZB selbst in Höhe von minus 0,10 Prozent eingeführt. Im September, im Zuge der Leitzinssenkung, wurden die Strafzinsen auf minus 0,20 Prozent erhöht.

Ende des Zinstiefs nicht in Sicht

Sparer bleibt derzeit nur, auf eine baldige Zinswende zu hoffen. Diese ist aber nicht in Sicht. Nachdem sich in den USA abzeichnet, dass die Erhöhung des Leitzinses durch die Federal Reserve zunächst ausbleibt, dürfte das Zinstief in der Euro-Zone nicht kürzer werden.

Im vergangenen Jahr waren Finanzexperten noch davon ausgegangen, dass der Leitzins ab Ende 2014 wieder steigen könnte. Davon ist (verständlicherweise) nichts mehr zu hören. Mittlerweile wird die Zinswende frühestens im Jahr 2016 erwartet.

Klettert der DAX bald wieder Richtung der 10.000-Punkte-Marke?

Bessere Aussichten verspricht der Aktienmarkt. Im o. g. Artikel der „WELT“ wird Lothar Koch von GSAM & Spee Asset Management mit klaren Worten zitiert: „Den DAX erwarten wir bis Ende Dezember bei knapp oberhalb von 10.000 Punkten.“

Momentan pendelt der Leitindex bei rund 9.700 Punkten und hat sich damit vom Absturz vor einigen Wochen erholt. Aktien ziehen wieder – auch immer mehr neue Anleger.

Für Einsteiger sind besonders Fonds oder ETFs eine interessante Option, da sie keine großen Vorkenntnisse verlangen. Ein paar Fakten sollte der Anleger jedoch besitzen.

Auf Fonds setzen statt auf Einzelaktien?

Fonds sind für Laien eine sehr gute Möglichkeit, ihr Geld zu investieren, ohne viele Vorabinformationen zu benötigen. Auch lassen sich z. B. individuelle Vorlieben wie die Investition in ökologische Finanzprodukte berücksichtigen.

Tipp:
Empfehlenswert sind z. B. Fondssparpläne, die es übrigens für Riester Rente und Basisrente gibt. Reich werden lässt sich damit zwar eher nicht, dafür hält sich das Risiko, welches der Sparer eingehen muss, in Grenzen. Für Fondssparpläne gibt es zahlreiche verschiedene Anbieter, Testergebnisse von Finanztest und ÖKO-TEST sowie entsprechende Vergleichsrechner können bei der Suche nach einem geeigneten Sparplan eine Hilfe sein.

Wer nicht auf Fondssparpläne oder Fonds setzen möchte, kann selbstverständlich einzelne Aktien erwerben – das entsprechende Depot vorausgesetzt. Ganz ohne Risiko sind entsprechende Investitionen nicht, aber vielleicht lohnenswert.

Den gemeinen Bundesbürger schreckte dies ab, ihre Leidenschaft, in Aktien zu investieren, erlosch mit dem Niedergang der T-Aktie und dem Zusammenbruch des Neuen Marktes.

Dividenden als Zusatzertrag nutzen

Eine schöne Zugabe zum reinen Kursanstieg können Dividenden sein. Nicht jede Aktiengesellschaft zahlt diese nach Ablauf eines Geschäftsjahres aus. Wer jedoch auf die richtigen Papiere setzt, der kann Dividenden als Zusatzbonbon mitnehmen und seinen Ertrag damit steigern.

Tipp:
Nur allein auf die Dividenden sollte beim Aktienkauf zwar niemand setzen, da diese immer nur die Geschäftsentwicklung der Vergangenheit abbilden, aber: Unternehmen, die über Jahre hinweg eine Dividende an ihre Anteilseigner auszahlen, können aber durchaus die bessere Wahl sein als Unternehmen, welche nur ab und zu eine Dividende an ihre Aktionäre ausschütten.
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© Statista

Auf was sollte ich bei einem Wertpapierdepot achten?

Für Anleger, die frisch in die Aktienanlage einsteigen wollen, stellt sich eine weitere wichtige Frage: Wie finde ich ein gutes Wertpapierdepot. Immer mehr Anbieter strömen auf den Markt und bieten Depots mit zum Teil sehr unterschiedlichen Konditionen. Dies können die Banken und Sparkassen vor Ort sein, die Direktbanken oder reine Onlinebroker, die sich auf das Anbieten von Wertpapierdepots spezialisiert haben. Hierbei gilt, was bei der Suche nach einem guten Fondssparplan gilt: Testergebnisse und Vergleichsrechner können eine gute Hilfestellung sein auf dem Weg zu einem guten Depot.

Dabei ist darauf zu achten, dass die verschiedenen Anbieter unterschiedlich gute Bedingungen für ein solches Wertpapierdepot haben. Dies kann sein eine kostenlose Depotführung, niedrige Ordergebühren, besonders attraktive Konditionen für Vieltrader, ein zum Depot gehörendes Tagesgeldkonto mit vergleichsweise hohen Zinsen, ein möglicher Bonus für Neukunden sowie weitere Punkte, durch welche sich die verschiedenen Depots voreinander unterscheiden können.